
Das Telefon begleitet uns schon seit über 140 Jahren als Kommunikationsmittel. Was mit einer einzigen Leitung zwischen zwei Gesprächspartnern begann, entwickelte sich rasant weiter: Schon bald konnten Verbindungen flexibel hergestellt werden – zunächst manuell durch die berühmten „Fräulein vom Amt“. Erst viel später kamen Komfortfunktionen wie Rufnummernanzeige oder Rufnummernunterdrückung hinzu, die heute selbstverständlich wirken.
Vom analogen Netz zu ISDN
Über Jahrzehnte blieb die Technik analog. Wer anrief, konnte erst im Gespräch klären, wer sich am anderen Ende meldete. Eine Rufnummernübermittlung gab es schlicht nicht, ebenso wenig wie die Möglichkeit, mehrere Gespräche parallel zu führen. Das änderte sich erst mit der Einführung digitaler Netze.
Ende der 1990er-Jahre führte die Deutsche Telekom den internationalen ISDN-Standard flächendeckend ein. Der Vorteil: Ein Anschluss konnte mehrere Sprachkanäle gleichzeitig übertragen. Während die Leitungen zum Kunden unverändert blieben, war beim Nutzer lediglich ein NTBA erforderlich. Wer keinen ISDN-Vertrag hatte, nutzte seinen gewohnten analogen Apparat aber weiterhin – ohne die technischen Neuerungen zu bemerken.
Funktionen beim klassischen Anschluss
Auch nach der Umstellung auf All-IP wird im Alltag noch häufig vom „analogen Anschluss“ gesprochen, besonders dann, wenn Kunden nur telefonieren möchten. Durch die Digitalisierung der Vermittlungsstellen konnten aber auch klassische Teilnehmer neue Leistungsmerkmale nutzen – etwa Rufumleitungen, Anklopfen, Makeln oder Konferenzschaltungen. Voraussetzung war ein Telefon mit Tonwahlverfahren; ältere Impulswahlgeräte funktionieren an vielen heutigen Routern nicht mehr.
Dienstmerkmale im Detail
Die sogenannten Dienstmerkmale sind Zusatzfunktionen, die ein Netz neben der reinen Gesprächsvermittlung bereitstellt. Dazu gehören beispielsweise:
- CLIP (Calling Line Identification Presentation): Die Rufnummer des Anrufers wird angezeigt, sofern dieser sie nicht unterdrückt.
- CLIR (Calling Line Identification Restriction): Mit dieser Option lässt sich die eigene Nummer verbergen.
- Rufumleitung und Parallelruf: Gespräche können auf ein anderes Gerät oder mehrere Telefone gleichzeitig weitergeleitet werden.
- Anklopfen und Makeln: Während eines Telefonats kann ein weiterer Anruf signalisiert und zwischen den Gesprächen gewechselt werden.
- Konferenzschaltung: Mehrere Teilnehmer werden zu einem gemeinsamen Gespräch zusammengeschaltet.
Welche dieser Optionen verfügbar sind, hängt sowohl vom Anschluss (All-IP, analog oder ISDN) als auch vom jeweiligen Anbieter ab. Wer die Rufnummer des Anrufers sehen möchte, benötigt ein Telefon, das die übermittelten Daten zwischen erstem und zweitem Klingeln anzeigen kann.
