
Die Kabelnetzbetreiber haben sich in den letzten Jahren als ernsthafte Konkurrenz zu den klassischen DSL-Anbietern etabliert. Mit attraktiven Paketen für Internet und Telefon setzen sie zunehmend auf Geschwindigkeit und Preis-Leistung.
Während DSL oder VDSL maximal auf rund 250 MBit/s im Download kommt, starten Kabelanschlüsse oft schon bei 100 MBit/s. Heutige 1-Gbit/s-Zugänge sind längst keine Ausnahme mehr. Besonders für Haushalte, die über DSL nur langsame 16 MBit/s erreichen können, lohnt sich der Wechsel. Auch beim Neubau kann der Kabelanschluss eine Alternative zum herkömmlichen Telefonanschluss der Telekom darstellen. Allerdings müssen Mieter seit Juli 2024 beachten, dass die TV-Kosten nicht mehr automatisch über die Nebenkosten abgerechnet werden dürfen.
Langfristig gilt Glasfaser als die einzig zukunftssichere Lösung. Mit zunehmendem Ausbau wird sie bis etwa 2030 Schritt für Schritt ältere Technologien wie VDSL oder Kabel verdrängen.
Internet ohne Zwang zum TV-Paket
Früher war ein TV-Basisanschluss Pflicht, wenn man Internet über Kabel wollte – oft mit Aufpreis von bis zu 20 Euro pro Monat. Heute ist das in der Regel nicht mehr notwendig. Kunden können frei wählen, ob sie nur Internet, Internet mit Telefon oder komplette Kombi-Pakete inklusive TV buchen möchten.
Nach Abschaffung des Nebenkostenprivilegs ist jedoch für reines Kabel-TV ein eigener Vertrag erforderlich. Manche Anbieter erheben zusätzlich umstrittene Durchleitungsgebühren, je nach Betreiberstruktur.
Regionale Unterschiede und Anbieterwahl
Ein wichtiger Unterschied zu DSL: Beim Kabelanschluss ist jeder Haushalt an einen bestimmten Netzbetreiber gebunden. Bekannte Anbieter sind Vodafone, Telekom oder Pyur (Tele Columbus).
Durch staatliche Vorgaben haben die Netzbetreiber ihre Infrastrukturen inzwischen teilweise auch für günstigere Reseller geöffnet – so nutzen beispielsweise eazy oder o2 das Netz von Vodafone. Wer Tarife vergleichen möchte, sollte am besten die eigene Vorwahl angeben, um passende Angebote zu sehen.
Geschwindigkeit: Starker Download, schwächerer Upload
Im Kabelnetz sind Tarife zwischen 100 und 1000 MBit/s beim Download gängig. Der Nachteil: Die Upload-Geschwindigkeiten liegen oft deutlich unter denen von VDSL oder Glasfaser. Wer regelmäßig große Datenmengen hochlädt, ist daher mit diesen Technologien besser beraten. Dafür sind Kabeltarife im Vergleich häufig preislich attraktiver.
Sollte ein Anbieter die zugesicherte Geschwindigkeit nicht liefern, können Verbraucher inzwischen auf gesetzliche Ansprüche beim Breitband-Internet zurückgreifen.
